Übergabe an die Maschine

Wenn Bluttests immer früher immer mehr verschiedene Krebsarten erkennen und somit der Getestete immer früher mit EINER Diagnose konfrontiert und ihm EINE Therapie in Aussicht gestellt wird, mag das, auf den ersten Blick, von Vorteil sein, vor allem, wenn besagter Blick auf das eigene Leben gerichtet bleibt. Erst auf den zweiten Blick mag sich indes offenbaren, welche Folgen EIN derartiger EIN-Blick in das Leben hat. Beide Blicke kommen im anbei verlinkten Text zur Sprache:

US-Forscher haben einen neuen Bluttest entwickelt, mit dem sich Tumorerkrankungen bereits in einem sehr frühen Stadium erkennen lassen.

Quelle

 

Nun, Tumorzellen entstehen fortwährend im Körper, ohne zu einem größeren Tumorgeschehen zu werden, da der Körper in der Lage ist derartige Zellen zu entfernen – vorausgesetzt, der Körper hat noch genügend (Mit)Sprach(e)vermögen und sitzt nicht irgendwelchen künstlich herbeigeführten Lügengeschichten auf.
Werden besagte Bluttests nun aber eingesetzt und werden sie obendrein, wovon auszugehen ist, immer empfindlicher gegenüber weiteren Krebsarten, dann schlagen sie immer früher und öfter Alarm und fordern EINE sofortige Therapie ein, zumal immer mehr Menschen dem Vermögen ihres biologischen Körpers immer weniger vertrauen (werden) und sich stattdessen lieber dem Fortschritt hingeben. Ganz zu schweigen davon, dass kaum EIN Betroffener bereit ist, den Konsequenzen unseres Fortschritts aus dem Weg zu gehen, die im Vorfeld bereits die Grundlagen für Lügengeschichten und für die Anhäufung von Tumorzellen bilden, entweder, weil EIN Betroffener keinerlei Gespür mehr für derartige Unstimmigkeiten hat oder, weil er schlicht nicht in der Lage ist daran etwas zu ändern.

An dieser Stelle zeigt sich mal wieder unser soziokulturelles Multilemma, woraus das Paradoxon Mensch ersichtlich wird, thematisiert, unter anderem, in WAHRHEIT und bald auch in WAHNSINN, denn wir wollen zwar den Fortschritt – aber nicht dessen Folgen am eigenen Leib zu spüren bekommen. Folgen, die uns immer mehr in Konsequenzen verstricken und auf die immer mehr Messwerte reagieren, je weiter wir vom Vermögen unserer biologischen Körper fortschreiten.
Im Beseitigen der Folgen, ohne jedoch den eigentlichen Ursachen dessen, was erfolgt, auf die Spur kommen zu wollen, liegt die sich zuspitzende Fragilisierung EINER Spezies – die jedoch vom Fortschritt als erschwingliche Robustheit verkauft wird, dergestalt das antifragile Wesen des Lebens aushöhlend. Je früher wir demgemäß die Konsequenzen EINES Lebensmodells messen können, desto blinder werden wir deren Ursachen gegenüber, solange bis – und das hat Y. Harari in seinem lesenswerten Buch HOMO DEUS anschaulich verdeutlicht – wir Menschen das Menschsein endgültig satt haben werden und uns zwangsläufig übergeben …

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