Vereinfachen und Verallgemeinern ist keine Lösung

Eines der Themen im Buch ist die Vereinfachung natürlicher Verwobenheit und die anschließende Verallgemeinerung der Vereinfachung, seitens uns Menschen. Ein Großteil unseres Fortschritts basiert auf dieser Herangehensweise, wie nicht nur am Beispiel der Krebstherapien ersichtlich wird, sondern generell auf die gesamte Medizin übertragen werden kann. Daraus resultieren nicht nur zahlreiche Nebenwirkungen und Wechselwirkungen, sondern auch Todesfolgen durch Medikamente, die ordnungsgemäß eingenommen wurden. Wie allgegenwärtig unsere Vereinfachungen insbesondere im Rahmen der zunehmenden Digitalisierung sind, hatte ich bereits an anderer Stelle dargelegt, z. B. hier und hier. Doch auch im kosmischen Maßstab wird immer deutlicher, welche Auswirkungen unsere Vorliebe für Vereinfachungen auf unser Weltbild hat:

‘So it is quite possible that we are being misled and that the apparent manifestation of dark energy is a consequence of analysing the data in an oversimplified theoretical model – one that was in fact constructed in the 1930s, long before there was any real data. […].’

Quelle   … Hervorhebung meinerseits

Nicht nur das Thema Krebs muss anders gedacht und betrachtet werden, denn je mehr Vereinfachungen verallgemeinert werden, desto komplexer erscheint uns die Welt, wodurch einfache Zusammenhänge verloren gehen. Die Folge dieser Entwicklung ist das zunehmende Unvermögen der Spezies Mensch Probleme an der Wurzel anzugehen – und dauerhaft zu lösen. Ein offensichtliches Paradoxum, welches sich auch in anderer Hinsicht gegen uns zu wenden vermag, nämlich überall dort, wo wir Menschen mit und über smarte Technologien kommunizieren. Da die menschlichen Sprachen sich nicht auf Algorithmen übertragen und fehlerfrei nachbilden lassen, vereinfacht unser Fortschritt die Kommunikation dahingehend, dass wir Menschen immer mehr im Sinne von Algorithmen kommunizieren, zum Beispiel in Form von Emoticons, Emojis, Likes, Twitter, … . Einen lesens- und bedenkenswerten Text diesbezüglich, schrieb Nicholas Carr, mit dem Titel ‘3S and minds’. Zu finden in seinem Buch ‘Utopia is creepy’.

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