Die Mutation des Buchhandels als Metapher der Epigenetik

Um das im Roman thematisierte Zusammenspiel von Genen, Mutationen und Lebensraum zu verdeutlichen werden ab der ersten Auflage jeweils vier Exemplare des Romans, von mir signiert, nummeriert und datiert, in vier verschiedenen Buchhandlungen in Deutschland von mir hinterlegt, ohne Wissen des Geschäftsinhabers, auf meine Kosten. Doch wofür ? Als verzweifelter Versuch wenigstens ein paar Exemplare des Buches loszuwerden, wenn es schon kaum einer kaufen mag ? Keineswegs. Ich LIEBE meinen Tumor tickt ganz ANDERS.

Auch dieses ”Verhalten” des Buches ist Teil der Metapher, welche das Buch selbst ist. Dabei stehen diese vier Exemplare einer jeden Auflage für eine neue Gensequenz, die in ein bestehendes Genom ( den Buchladen ) eingeführt wird. Dieses geschieht durch mich, den Autor, der damit als Virus unterwegs ist. Diese jeweilige Sequenz ( eines der vier Bücher ) führt nun zu verschiedenen Reaktionen innerhalb des Genoms, widerspiegelnd, was in den Genomen aller Lebensformen fortwährend, von Natur aus, geschieht:

  • das Buch bleibt unbemerkt in der Auslage liegen, ohne dass (lange) etwas geschieht,
  • das Buch wird vom Ladeninhaber entdeckt und vernichtet, weil es nicht erfasster Teil des Bestandes ist,
  • ein Kunde will das Buch kaufen, da es aber nicht im Bestand verzeichnet ist, kommt es an der Kasse zu Irritationen,
  • der Kunde erhält das Buch als Geschenk, da es dem Laden nicht gehört,
  • der Kunde muss den Preis des Buches trotzdem entrichten und der Ladeninhaber behält den gesamten Verkaufserlös für sich selbst, wodurch dieser sich einzig selbst ”bereichert”.

Egal welcher dieser Punkte sich letztendlich realisiert, so eröffnet allein das Einbringen des Buches in den Laden, durch den Autor, all diese Möglichkeiten, die sich nicht realisieren ließen, unterließe der Autor das Einbringen. Die Notwendigkeit, die Metapher dergestalt zum Ausdruck zu bringen, eröffnet dabei erst den Raum, in dem sich diese Möglichkeiten entfalten können. Die daraus hervorgehenden Veränderungen, die sich dadurch im Buchladen ergeben, sind allesamt Mutationen. Genau wie all die, an anderer Stelle bereits erwähnten, ”Rechtschreibfehler” im Roman selbst …

Dabei geschehen diese Veränderungen, mittels vierer Exemplare einer jeden weiteren Auflage, natürlich nur langsam, kaum wahrnehmbar, zumal sich die ”betroffenen” Buchläden durch das Auftauchen einer neuen Gensequenz nicht besonders, in ihrer Erscheinung, verändern werden und auch die Abläufe innerhalb des Ladens ( im Genom ) nicht wesentlich aus dem Tritt geraten. Doch wer weiß … weitreichende (R)Evolutionen geschehen im Stillen und entwickeln sich nach und nach, nur um eines Tages, oder Nachts, einen Sprung zu ermöglichen, der bis dahin nicht vorstellbar war. Ganz im Sinne von Fischen, die an Land kamen … und damit ganz im Sinne des Romans, in dem besagte Fische ihren Auftritt haben.

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