Ein Armutszeugnis voller Metaphern ?

Ich möchte erneut auf manchen ”Fehler” in der Rechtschreibung zurückkommen und noch einmal verdeutlichen, warum diese ”Fehler” wesentlich für den Roman als Ganzes sind, schließlich ”funktioniert” der Roman ohne diese Metapher des ”Fehlers” nicht als Metapher für das Leben selbst.

Auf Seite 141 der aktuellen 1. Auflage finden Sie einen solchen ”Fehler”, den mancher Leser durchaus als ein Armutszeugnis meinerseits ansehen mag. Gemeint ist der Name Robert Musil, Autor des Klassikers ”Der Mann ohne Eigenschaften”. Mein ”Fehler” ist, dass ich Mursil schrieb. Da mag der Leser wettern, dass das typisch für Books on Demand sei, erst recht, wenn der Autor es nicht für nötig hielt ein Lektorat über das Manuskript schauen zu lassen, bevor das Buch veröffentlicht wurde. Dabei ist besagter ”Fehler” eine Metapher für die Epigenetik, welche jedes Genom des Lebens zu beeinflussen vermag. Die Epigenetik beschreibt das Ein- bzw. Ausschalten von Genen, in Abhängigkeit von Einflüssen jenseits dieser Gene auf diese Gene. Wenn der Leser den Namen Musil nicht kennt, bleibt eine Reaktion aus bzw. das Gen abgeschaltet. Ist der Name aber bekannt, so kommt es beim Lesen, eventuell, zu einer Reaktion, ausgelöst durch einen ”Fehler”, durch eine Abweichung von Gewohntem bzw. Erwartetem, und somit zum Einschalten des Gens. Die Auswirkungen dieses ”Fehlers” mitsamt der, eventuellen, Reaktion, beeinflusst dann das Aussehen des Textes in der nächsten Auflage des Romans bzw. in der Folgegeneration, sowie zudem das Umfeld der aktuellen Ausgabe, in welcher der ”Fehler” vorliegt, dahingehend, wie der Leser den ”Fehler” bekannt macht, was wiederum Auswirkungen auf den Autor des Buches haben kann, z. B. bezüglich Ansehen, Glaubwürdigkeit, Verkaufszahlen, …
Und genauso, wie das Genom auf ”Fehler” reagiert, hängt auch die Reaktion der Leser davon ab, um welchen ”Fehler” es sich handelt. Den Namen eines anderen, obendrein sehr bekannten, Autors ”falsch” zu schreiben, erscheint daher eher als Armutszeugnis, als es im Falle zweier vertauschter Buchstaben in einem Wort der Fall wäre.
Je weniger Reaktionen jedoch auf einen ”Fehler” erfolgen, desto eher taucht dieser unverändert in der Folgegeneration der nächsten Auflage wieder auf … und wird damit ”normal”.

Anders ausgedrückt: Eine Mutation bleibt solange bestehen, wie sie, innerhalb der Möglichkeiten des Kontextes ihres Erscheinens, notwendig ist. So gesehen gibt es keine Mutation, die ein Fehler ist oder rein zufällig entsteht, denn es liegt entweder ein Unvermögen an Möglichkeiten vor, oder aber die Notwendigkeit ihres Auftretens erschließt sich nicht auf den ersten, zweiten, dritten, … Blick. Genau diese Zusammenhänge, in Verbindung mit Tumoren im Speziellen, und genetischen Veränderungen im Allgemeinen, sind, u. a., Thema des Romans, der auf den ersten, zweiten, dritten, … Blick so undurchsichtig wie das Leben selbst erscheinen mag, wodurch sich eine weitere Metapher offenbart. Verwirrung, statt Leselust, vorprogrammiert ? Als kurzsichtige Absicht eines Autors, der selbst voll wirrer Gedanken scheint ?

Wie bemerkte doch ein mir näher stehender Leser kürzlich:”Vielleicht haben es Leser einfacher, die Dich und Dein Werden nicht kennen. Allerdings werden die es schwerer haben Deine Methapherei zu schnallen!”
Genau diesen Umstand beschreibt der, im Buch ebenfalls thematisierte, schmale Grat, auf welchem das Leben als Ganzes stets wandelt, um zum Ausdruck bringen zu können, was es mit dem Leben wirklich auf sich hat. Womit wir bei der nächsten Metapher wären, nämlich das Buch im Ganzen als die Ganzheit des Lebens selbst, mitsamt sämtlicher Möglichkeiten, die dem Buch und dem Leben zur Verfügung stehen. ”Fehler” z. B., die gar keine sind. Erst recht nicht, wenn mindestens zwei Notwendigkeiten zusammenkommen und als Zufall erscheinen, weil keine wesentliche Verbindung des Lesers zum Buch besteht und es somit an Exformation mangelt.

Jetzt mag man vielleicht einwenden, dass, im Gegensatz zum Leben, die Interpretation des Buches über diesen Blog hier von mir, dem Autor, verraten wird, wie z. B. die Bedeutung der vermeintlichen Rechtschreib”fehler”. Ohne diese Erläuterungen diesbezüglich hier auf dem Blog wären es einfach nur ärgerliche Fehler, oder Zufälle. Ich als Schöpfer des Buches weiß aber um die Notwendigkeit dieser ”Fehler” für die Aussage des Buches als Ganzes.
Ist das nun auch eine Metapher und deutet diese auf den Schöpfer des Lebens und eventueller Absichten hin ? Nun, alles will ich hier im Rahmen des Blogs auch nicht verraten. Was ich aber verraten kann, ist, dass eine endgültige (?!) Antwort darauf den Raum eines weiteren Buches notwendig macht, mit anderen Möglichkeiten, als sie der aktuelle Roman bietet. So bedarf es erst dieser Problematisierung eines PROBLEMS, damit es daraufhin (auf)gelöst werden kann. Die Lösung wird den Titel HARMONISCHE Prinzipien der Naturphilosophie tragen, in Bezug auf Isaac Newtons Hauptwerk Mathematische Prinzipien der Naturphilosophie. Zufall ? Mitnichten, eher eine weitere Metapher.
Doch bis zur (Auf)Lösung hat das Leben noch etwas Zeit. So, wie im ”richtigen” Leben, welches nur so ”richtig” sein kann, wie Fehler als ”falsch” erscheinen mögen.

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