Warum ausgerechnet DIESER Titel für einen Roman ?

Warum trägt der Roman diesen Titel, der mit vier Worten reichlich Klischees erfüllt und, obendrein, ein wenig esoterisch anmutet ? Schreckt der Titel daher nicht eher ab, als verkaufsfördernd zu sein ? Auch hier dreht sich Alles um Erwartungen und bisher Gewohntes, denn genau so, wie man einem Buch, welches als Roman verkauft wird, auch entsprechende Erwartungen an bisher gewohnte Romane entgegenbringt, so denkt man bei ‘Ich LIEBE meinen Tumor’ an Geschichten, die bisherigen Mustern folgen … was meinerseits eine weitere Absicht im Spiel mit bisher Gewohntem ist. Verkaufserfolg ist hier nicht die primäre Absicht, sondern vielmehr die Bewusstwerdung dahingehend, wie schnell man sich vom Zeitgeist einwickeln lässt, anstatt einem offensichtlichen roten Faden zu folgen. Nicht umsonst weise ich auch hier darauf hin, dass das Buch als Ganzes eine Metapher ist, in Form eines Spiegels, in welchem sich der Leser selbst betrachtet. Ich, als Autor, spiele einzig mit dem Zeitgeist ein Spiel, in welchem es nicht um einen Gewinner geht. Ganz im Gegenteil.

Sicherlich gäbe es unzählige andere Titel, zu denen mir Profis raten würden, um die Verkäufe zu fördern. Auch ich wüsste viele Titel, die sehr gut passen würden, und doch ist der Titel der einzig wirklich passende. Manchmal genügt es schon die Schreibweise zu ändern, um ein völlig neues Spielfeld eröffnen zu können, mit Möglichkeiten, die bisher nicht notwendig waren. Die Zeiten ändern sich. Mit ihnen ändert sich der Zeitgeist, und damit auch der Stand der Problematisierung des PROBLEMS, welches wesentlich für das Leben ist. Daher kann man (S)EINEN Tumor nur LIEBEN, wenn der Mut besteht, sich dem Lösungsweg dieses PROBLEMS anzuvertrauen. Einem Weg, der gewohnte Muster und vertraute Worte, in der Tat, ANDERS erscheinen lässt … sowie Klischees und manche Voreingenommenheit, nach und nach, verblassen lässt.

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